Überwachung? Ich dich, du mich nicht!

Groß ist allenthalben die Empörung über die Speicherung und Verwertung von Internet-Daten durch die USA und Großbritannien. Zumindest hier in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern. Richtig ist es, wie die Jungle World, darauf hinzuweisen, dass auch in Deutschland massenhaft gespeichert und abgehört wird, und beileibe nicht alles „parlamentarisch kontrolliert“, wie Frau Leuthäuser-Schnarrenberger nicht müde wird zu betonen.
Doch genauso wie das Wissen darum abseits der üblichen Verdächtigen in der Vergangenheit kaum zu Protesten geführt hat, ist auch die Empörung in den USA über den nun aufgedeckten Skandal eher gering. Warum ist das so?
Nun, offenbar ist es nur ein Problem, wenn andere Staaten unsere Daten abfangen. Ist es dagegen der eigene Staat, oder sind es die Daten anderer Bevölkerungen, dann gilt die Devise: „Wenns der Terrorabwehr dient, ist jedes Mittel recht.“
In diesem Kontext ist die Kritik all derer zu werten, die nun Aufklärung und Transparenz fordern: an ihrer Gefangenheit im national-staatlichen Denken.