In der Metaphernhängematte

kaput krauts Warum will ich über straße kreuzung hochhaus antenne, das neue Album der kaput krauts schreiben? Ich kann es nicht unbeschränkt empfehlen. Wahrscheinlich, weil es genau diesen zwiespältigen Eindruck hinterlässt.
Zunächst Mal ist die Platte gewohnte krauts-Mucke: wütend, kompromisslos, Punk im Sinne von Verneinung und der Verweigerung von positivem Denken und konstruktiver Kritik. Strikt DIY und musikalisch durchaus nicht langweilig. Hier kommen wir aber zum ersten aber: eingängig ist was anderes. Auch nach mehrmaligem Hören vermögen die Songs nicht im Gedächtnis hängen zu bleiben. Die Lieder bleiben seltsam sperrig und unzugänglich.
Textlich bewegen sich die krauts auf hohem Niveau und lassen hier die meisten anderen Deutschpunk-Bands weit hinter sich. Gegen die Gesamt-Scheiße wird hier gesungen, ach was, gebrüllt und geschrieen. Aber ohne Plattitüden und Phrasendrescherei. Das geht soweit, dass man vor lauter Anspielungen und verdrehten Wortspielen nicht mehr genau weiß: ist das jetzt message oder nur um des Wortspiels Willen getextet? Oder, um mit ihren eigenen lyrics zu sprechen:

heute schon in der metaphernhängematte. morgen noch mit 130 auf dem holzweg.

Aber es wäre unfair, diese Zeile als programmatisch für das Album zu bezeichnen. Zum großen Teil treffen die krauts des Pudels Kern: scheiß Szenepolizei, scheiß Fernsehen, scheiß Pop,

kein bock auf pseudoangepisstes motzen. erst recht nicht auf zufriedenheit und satt. ich will den ganzen scheiß nicht mehr. ich bin sowas von raus.

Das Gefühl, das zurückbleibt ist: fuck, die haben Recht, eigentlich müsste man alles kaputthauen. Alles andere wäre verlogen. Und trotzdem gehts irgendwie weiter, irgendwie ist doch immer wieder future.

ich will doch nur ruinen.vorschlaghammer. schutt und asche. die axt im walde ist meine masche. ich will doch nur jetzt und hier, immer und überall alles ruinieren.