Sinns Sorgen

Hans-Werner Sinn hat sich in der Wirtschaftswoche zu Wort gemeldet. An sich ist das keine weitere Silbe wert. Der Mann, der sich an der Spitze des ifo-Instituts vor allem dadurch hervortut, dass seine Prognosen in der Regel nicht eintreten, und der trotzdem (oder deswegen) als Wirtschaftsexperte gilt, hat einen Kommentar zum Euro und zur anstehenden Freizügigkeit für bulgarische und rumänische Arbeitnehmer_innen abgegeben. Auch das wäre nicht weiter erwähnenswert, aber halt, was steht da? Hans-Werner Sinn macht sich Sorgen um unser Sozialsystem!1!! Das ist ja wohl die Lachnummer schlechthin. Ausgerechnet der Vorsitzende eines neoliberalen think-tanks sorgt sich um das Sozialsystem. Na klar.

Grund ist natürlich die Angst vor einem Haushaltskollaps und dass wir es hier mit Ausländern zu tun haben. Sind deutsche Faulenzer Arbeitslose ja schon eine Plage, kommen die Sozialschmarotzer auch noch aus Rumänien hört der Spaß auf. Das juckt’s bereits wieder im Halfter. „Immigrationssturm“, sie kommen „in Scharen“, „aufgestauter Migrationosdruck“, das ganze Repertoire der vollen-Boots-Propaganda wird ausgepackt, einschließlich dem Hinweis, „ganze Dörfer“ hätten sich auf den Weg gemacht. Was fehlt (und hiermit nachgereicht wird) ist der Hinweis, den einst Horst Seehofer so anschaulich in Worte gefasst hat: Gegen eine Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme wird sich der Deutsche bis zur letzten Patrone wehren.