Archiv für April 2012

Die Weisheiten des Punkrock

PennywiseDie Erwartungen waren hoch. So ein Sängerwechsel ist eine heikle Sache. Doch bereits bei den Konzerten von Pennywise hat sich gezeigt, dass Ignite-Frontmann Zoli Téglás ein großartiger Ersatz für den ausgestiegenen Jim Lindberg ist. Dieser hatte die Band 2009 verlassen, um sich mehr seiner Familie widmen zu können.
Und nun also ein Album mit dem neuen Sänger: All or nothing ist der programmatische Titel, und genau so geht es ab: alles oder nichts, voll auf die zwölf. Wer befürchtet hat, dass sich stilistisch was ändern würde, hat sich geirrt. Musikalisch knüpft der neue, wieder bei Epitaph erschienene Longplayer an ältere Werke wie Full Circle oder Straight Ahead an. Auch textlich bleibt die Band sich treu und verbindet Party-Spaß mit sozialkritischer message.
Nichts neues also? Ja und nein. Gewohnter Pennywise-Sound, unverwechselbar und doch jedesmal wieder überraschend.

Hier kann das Album im Stream angehört werden: http://soundcloud.com/epitaph-records/sets/pennywise-all-or-nothing

Bereits kurz nach seinem Weggang von Pennywise hat Jim Lindberg mit seiner neuen Band The Black Pacific gezeigt, dass er sich keineswegs zurücklehnt. Das selbstbetitelte Album ragt meines Erachtens über alles hinaus, was Lindberg mit Pennywise veröffentlicht hat.

Aguante Somonte ! Tierra y libertad !

Artikel von Nicholas Bell (Europäisches Bürgerforum) über die Besetzung der Finca Somonte in Andalusien durch die Landarbeitergewerkschaft SOC

Widerstand Somonte! Land und Freiheit!

Unsere Philosophie könnte man so zusammenfassen: das Land, die Luft und das Wasser sind eine Gabe der Natur, die sich niemand zu seinem persönlichen Profit oder für seine persönliche Bereicherung aneignen darf. Der Boden ist öffentliches Gut, Besitz des Volkes, zugunsten jener die darauf leben und arbeiten. Wenn aber das Land niemandem gehört, ist das Eigentum von Boden Diebstahl. Deshalb fordern wir die Enteignung ohne Entschädigung… 1

Dreissig Jahre nach der grossen Epoche massiver Landbesetzungen knüpft die andalusische Landarbeitergewerkschaft (Sindicato de Obreros del Campo – SOC) an diese Tradition an. Am 4. März um 11 Uhr morgens besetzen 500 Landarbeiter und Mitglieder der Gewerkschaft das Landgut Finca Somonte, das sich auf den fruchtbaren Böden der Ebene des Guadalquivir in der Nähe von Palma del Rio in der Provinz von Cordoba befindet. Dieses Gut von 400 Hektare, 40 davon mit Bewässerung, ist Teil von 20.000 Hektare, welche die Junta – die sozialistische Regierung in Andalusien – versteigern will. Der Verkauf und die Privatisierung der Finca Somonte war eben für den 5. März geplant; die Besetzung kam dem zuvor. Wer hat im heutigen Spanien, das unter einer brutalen wirtschaftlichen Krise leidet, mit 25% Arbeitslosigkeit, bei den Jungen gar 50%2 , überhaupt die notwendigen Mittel für einen Landkauf? Eine superreiche Familie, eine Bank oder eine andere Finanzinstitution? Auf alle Fälle nicht die Einwohner von Palma del Rio – ein Dorf mit 1700 Arbeitslosen.

Die Besetzer organisieren sich

Die Besetzung unter dem Slogan «Aguante Somonte, Tierra y Libertad» dauert jetzt schon seit über drei Wochen. Dreissig Leute aus den umliegenden Dörfern richten sich vor Ort ein, beginnen den Boden zu bearbeiten und Salate, Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln und anderes Gemüse anzupflanzen, vor allem für den Eigenbedarf. Dutzende von Helfern aus ganz Andalusien kommen tagtäglich, um die Besetzung zu unterstützen. Darunter auch zwei ältere Männer, die diesen Hof sehr gut kennen – sie arbeiteten jahrelang auf diesem Gut. Sie bringen ihre Erfahrungen mit und erklären den anderen, dass die Böden sehr fruchtbar sind, aber bis heute nicht wirklich genutzt wurden. Ein achtzigjähriger Nachbar schenkt ihnen Handhackgeräte, die in der heutigen Intensivlandwirtschaft nicht mehr benutzt werden. Andere wiederum kommen mit Saatgut, Pflanzen, Hühnern … Auch die Wohngebäude werden eingerichtet, um alle Besetzer empfangen zu können. Ein Elektriker von Fuente Carreteros und ein Spengler aus Palma del Rio helfen mit. Alle Entscheidungen werden an den täglichen Versammlungen getroffen. Kommissionen werden eingesetzt, die sich um die Logistik, den Kontakt mit den Medien, Unterhalt, Essen, Gartenarbeit etc kümmern. (mehr…)

Dublin’s Trap

Dublin’s Trap: another side of the Greek crisis from Bryan Carter on Vimeo.

Durch die Geschichte eines afghanischen Asylbewerbers, der einen historischen Sieg beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte errungen hat, wirft dieser Film ein neues Licht auf die Folgen der Migrationspolitik im von der Krise betroffenen Griechenland.

Dublin II muss weg! Abschiebungen gehen GAR nicht.

Ich habe Ian Morris‘ Schinken Wer regiert die Welt? zwar noch nicht durch, aber kann jetzt schon sagen, dass das Buch meine hohen Erwartungen mehr als übertroffen hat. Morris macht einen ebenso spannenden wie unterhaltsamen Streifzug durch die gesamte Menscheheitsgeschichte, auf der Suche nach den Gesetzen des gesellschaftlichen Fortschritts. Kenntnisreich, zuweilen in lakonischem Erzählstil beleuchtet er 10.000 Jahre und untersucht, warum mal „der Westen“ und mal „der Osten“ die Nase vorn hatten und was die Zukunft bringt. Lesen!

Respekt

Respekt kann man nicht kaufen
Respekt ist nur ein Lohn
Es verlangt noch nicht mal Arbeit
Nur humane Umgangsformen

Frau Potz: Rendsburg (2012)

Check out Lehnt dankend ab!

Deutsche Tabubrecher

Grassazin
„Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“: T. Sarrazin und G. Grass als vermeintliche Tabubrecher und Medienopfer