Archiv für September 2011

FRONTEX-Direktor kriegt Torte ins Gesicht


Ilkka Laitinen, Executive Director of Frontex… von GloupGloupGlup

Ilkka Laitinen, Executive Director of Frontex gets a… pie !
At the margins of the European Union, Frontex co-ordinates increasingly repressive anti-migration policies with public funding.

Mediterraner Aufbruch! Und wo ist unser Platz?

Der 15. Oktober als Katalysator gemeinsamer Kämpfe

Der nachfolgende Text wird im nächsten ak erscheinen.

„Der Aufbruch in Nordafrika zeigt, was alles möglich ist. Es geht um nicht weniger als um ein neues Europa, ein neues Afrika, eine neue arabische Welt. Es geht um neue Räume der Freiheit und Gleichheit, die es in transnationalen Kämpfen zu entwickeln gilt: in Tunis, Kairo oder Bengazi genauso wie in Europa und den Bewegungen der Migration, die die beiden Kontinente durchziehen.“ Antirassistische Netzwerke hatten diese optimistischen Zeilen in ihrer Deklaration „Freiheit statt Frontex“ Anfang März veröffentlicht. (vgl. ak 559)

Kurze Zeit später drohte der arabische Frühling zwischen Bürgerkrieg und NATO-Intervention in Libyen aufgerieben zu werden, von Bahrein über Jemen bis Syrien dominierte die militärische Konfrontation.
Im Mai starten massenhafte Platzbesetzungen in Spanien, dann im Juni quasi zeitgleich neue Wellen der Mobilisierung auf dem Syntagma- sowie Tahrir-Platz in Athen bzw. Kairo. (vgl. ak 563) Der Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit suchte sich kurz darauf mit den Riots in London einen völlig anderen Ausdruck als im Zeltstadtprotest und den Massenhappenings in Tel Aviv. Doch selbst die Zeit konstatiert eine „Internationale des Aufstands“: „Jede politische Klasse, die soziale Gerechtigkeit ignoriert, verspielt irgendwann das moralische Kapital, die Einhaltung der herrschenden Regeln zu fordern. Das ist es, was Tel Aviv, Kairo, Madrid und London verbindet.“ (Die Zeit, 15.8.11)
Es wäre sicherlich vereinfachend und vorschnell zu behaupten, dass es einen schon gemeinsamen globalen Kampf für soziale Gerechtigkeit gäbe. Die unterschiedlichen Bewegungen entwickeln sich entlang lokaler Traditionen sozialen Aufbegehrens, die Bedingungen sind in vielerlei Hinsicht nicht vergleichbar. Doch es gibt auch eine globale Konfiguration der Ungerechtigkeit, die die Aufstände provoziert und ihnen zusätzlich Kraft gibt. Globalisierung und Neoliberalismus, katalysiert durch die globale Finanzkrise und folgende „Sparprogramme“, haben überall zu einer massiven Verschlechterung der Lebensbedingungen geführt.
Das zunehmende Wissen über globale Zusammenhänge, über Aufstände und Bewegungen an anderen Orten, in Echtzeit vermittelt durch neue Möglichkeiten der Massenkommunikation, hat eine globale Verbundenheit erzeugt und die Menschen inspiriert, selbst auf die Straße zu gehen. Ein Aufbegehren hat sich verbreitet, das geografische Distanzen und unterschiedliche gesellschaftliche Kontexte zu überspringen vermag. Wer hätte vor wenigen Monaten für möglich gehalten, dass sich junge Israelis in ihren Protesten in Tel Aviv auf den Tahrir-Platz beziehen würden?
So heterogen und teilweise unverbunden die verschiedenen sozialen Bewegungen in Nordafrika und Europa seien mögen, es gibt einige vielversprechende Bemühungen, um eine unmittelbare Gemeinsamkeit der Kämpfe herzustellen. Eine Serie von Konferenzen ist für September in Planung – von Barcelona über Bologna bis nach Tunis1 –, in deren Mittelpunkt die Kämpfe gegen Prekarisierung, für Bewegungsfreiheit, für die Freiheit des Wissens sowie die Frage neuer Organisierungsformen steht.
Bei den Treffen soll auch ein Vorschlag der spanischen Netzwerke behandelt werden: Ihr Aufruf zu einem globalen Aktionstag am 15. Oktober 2011.2 Es wird sicherlich kein Tag werden, an dem weltweit simultane Massenaktionen stattfinden. Die jeweilige Dynamik lässt sich eben nicht planend choreografieren – und das ist gut so. Aber es wäre ein wichtiger Schritt, wenn sich gleichzeitige Mobilisierungen in Südeuropa und Nordafrika offensiv aufeinander beziehen lernen.
Die Teilnahme an den Konferenzen wie am Aktionstag bietet auch der Linken in Deutschland die Möglichkeit, Verbindungslinien aufzugreifen und sich zumindest diskursiv und in symbolischen Aktionen zu beteiligen. Einen zusätzlichen Bezugspunkt (nicht nur) für die antirassistische Linke bietet die „Boats 4 People“-Initiative.3 Denn am 15. Oktober stechen in Rom auch die „Schiffe der Solidarität“ in See, um das tagtägliche Sterben auf dem Mittelmeer sowie das dafür verantwortliche EU-Grenzregime anzuprangern. Die zunächst auf drei Wochen angelegte Aktion wird bis nach Tunesien führen, mit Zwischenstationen in Sizilien, Lampedusa und Malta. Bei diesem euro-afrikanischen Kooperationsprojekt geht es nicht allein um die unmittelbare Verteidigung der Rechte von MigrantInnen, sondern auch um eine Vertiefung der Vernetzung und Zusammenarbeit im mediterranen Raum.
h., kein mensch ist illegal/Hanau

  1. Vom 15. bis 18. September in Barcelona: http://bcnhubmeeting.wordpress.com/ am 24. und 25 September in Bologna: www.scioperoprecario.org vom 29. September bis 2. Oktober in Tunis: http://www.international.r02.org [zurück]
  2. „United for global change“ – Aufrufe siehe http://international.democraciarealya.es/october-15th/ [zurück]
  3. Siehe www.boats4people.org und www.afrique-europe-interact.net [zurück]

Nützliches, Teil 5736

Checkliste beim besuch eines konzertes im Hotspot, Kassel. Unbedingt mitnehmen:

    * Schuhe mit griffigen gummisohlen
    * 20-30 nette leute
    * Ohrenstöpsel. Häh? OHRENSTÖPSEL! Achso.

Ich dachte es sei mal eine gute idee, nach Kassel zu fahren, um die großartigen Comeback Kid live zu sehen. Leider sahen das nicht viele andere genauso, und das konzert war etwas dürftig besucht. Das Hotspot ist ein kleiner, kuscheliger club, eigentlich eine ideale atmosphäre für ein hardcore-konzert. Angenehm überrascht war ich außerdem, dass noch drei andere bands spielten. Blood Command aus Norwegen hatten die undankbare aufgabe, die wenigen früh angereisten leute anzuheizen. Groß bemüht haben sie sich allerdings nicht. Die musik war ok, aber die leadsängerin ließ doch engagement und power vermissen.
Das änderte sich schlagartig mit der zweiten band des abends, Devil In Me. Deren sänger ließ es ordentlich krachen, die ganze band sprang auf der mini-bühne herum, und es wurde jede menge hc-spirit verbreitet. Daumen hoch für diese mir bislang unbekannte band!
Living with Lions folgte danach und nach etwas tempo wieder raus. Nett anzuhören, schöne punkige riffs, gute band.
Comeback Kid waren grandios. Hier zeigten sich aber die schwächen des clubs: Keine klimatisierung, daher brüllend heiß und außerdem ein rutschiger bodenbelag, der das pogen doch arg zu einem eiertanz machte. vor allem da kondenswasser, bier und schweiß die oberfläche feucht und damit noch glatter machten…
Aber egal, die combo ist hochklassig, bringen eine riesenenergie rüber und haben für mich alles, was eine gute hc-band haben muss. Auch wenn ich nach dem verlassen des Hotspot erstmal nichts mehr gehört habe, hat sichs gelohnt.