Das Lechzen nach Krieg

die ereignisse in Libyen überschlagen sich. täglich kommen neue meldungen über gefechte und bombardierungen. Ghaddafi hält sich länger im sattel, als wir alle es uns gewünscht haben.
die sympathie für die rebellion wissen auch die zu nutzen, denen freiheit, aufstand der massen und echte demokratie eher ein dorn im auge sind. was sie bei sich zu hause mit allen mitteln bekämpfen, wollen sie nun woanders unterstützen. verkehrte welt?
beileibe nicht. lediglich die alte kriegspropaganda. tausendmal gehört, ob bosnien, kosovo, irak oder afghanistan. „wir“ müssen doch den menschen helfen, indem „wir“ waffen liefern, flugverbote durchsetzen und truppen schicken. begründet wird das diesmal ganz offen mit der ur-europäischen angst vor „überflutung“ durch „armutsflüchtlinge“. abertausende von Afrikaner_Innen stünden angeblich in den startlöchern, durch die maschen des zerfallenden libyschen grenzzaunes nach Europa zu schlüpfen.
im klartext: wenn die libyschen militärs zu einer grenzsicherung nicht mehr in der lage sind, müssen eben die europäischen den krieg gegen die flüchtlinge weiterführen, alles andere ist kokolores.

mit an deutlichkeit nicht zu übertreffender klarheit haben die netzwerke afrique-europe-interact, welcome to europe und Netzwerk Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung in einer stellungnahme diesen schmutzigen krieg der EU ins visier genommen und kritisiert. die stellungnahme ist u.a. hier zu finden und kann unterzeichnet werden. get active!

derweil bringen die kriegstreiber_Innen in der EU ihre schärfste waffe in stellung: die moralisten der GRÜNEN, allen voran diesmal Daniel Cohn-Bendid. in einem interview mit Marietta Slomka im heute-Journal überschlägt er sich schier vor kriegsbegeisterung, ohne dies jedoch einzugestehen. wie durch Fischer im Kosovo-krieg werden auch diesmal historische beispiele herangezogen (Spanien 1936, Hitler-Deutschland), um einen Angriff auf Libyen zu rechtfertigen.
mmh, hatte Fischer damals nicht mit einem farbbeutel bekanntschaft gemacht?